Gespaltene Meinungen zum Puslnitzer Weihnachtsbaum

Prächtig stehen sie auf vielen, vielen Marktplätzen zum Bestaunen in der besinnlichen Adventszeit da: die großen Weihnachtsbäume. Seit Anfang November werden vielerorts Bäume gefällt und mühsam zu den Weihnachtsmarkt-Standorten transportiert, wo sie behutsam wieder aufgestellt und geschmückt werden. So manche Stadt macht aus dieser Tradition schon fast einen Schönheitswettbewerb und so wird inoffiziell gewetteifert, wer jedes Jahr den schönsten Baum hat.

Doch das beschauliche Pulsnitz in Sachsen kann mit seinem Baum wohl keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Am vergangenem Samstag wurde in einem hiesigen Kindergarten eine Fichte notgefällt und schließlich als Weihnachtsbaum umfunktioniert. Dabei lief nicht alles ganz nach Plan. Grund für das Fällen des Baumes war die Gefahr, dass er umzukippen drohte. Nach 60 Jahren war die Fichte schon etwas altersschwach und krumm gewachsen. Für das Team des Bauhofes und einer Firma war es zudem nicht ganz leicht, den Baum zu fällen, mit schwerer Technik musste nachgeholfen werden. Weil ein großer Kran nicht ausreichte, musste am Samstag sogar noch ein zweiter anrücken. Anschließend folgte ein Schwertransport, Verkehrsinseln wurden dazu demontiert, die Polizei musste die Straßen zeitweise sperren. Und dann sowas: Der Baum wurde auf dem Markt aufgestellt und steht: schief. Zudem hat er zwei Spitzen und einige Macken hat er auch, der Transport ging nicht spurlos an ihm vorbei. Eine kahle Stelle hat der Baum auch, diese soll in der Weihnachtszeit durch eine Glühweinbude verdeckt werden. Alles zusammen ist Grund genug für viele Pulsnitzer, in sozialen Netzwerken ihren Unmut kund zu tun und sich über das Prachtstück auszulassen. Der Baum sei eine Schande, er sei hässlich und manch einer meine sogar, keinen Baum zu haben wäre schöner, als dieser. Eine kahle Stelle hat der Baum zudem auch

Bürgermeisterin Barbara Lüke, sowie viele Einwohner sehen das anders. Sie freuen sich, dass es ein Baum ist, wie ihn eben die Natur geschaffen hat. Es sei eben nicht alles perfekt im Leben…